Die zwölf häufigsten menschlichen Fehler – Teil 3

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Willkommen zum letzten Teil unserer Serie über die zwölf häufigsten Fehlerquellen in der Luftfahrt! Diesmal widmen wir uns den verbleibenden sechs Faktoren – häufigen menschlichen Fehlern, die, wenn sie nicht behoben werden, zu Zwischenfällen in der Luftfahrt führen können. Das Verständnis dieser Faktoren und die Anwendung praktischer Gegenmaßnahmen sind entscheidend für die Schaffung sicherer Arbeitsumgebungen.

Das dreckige Dutzend

Ressourcenmangel

Wenn Werkzeuge, Personal oder Zeit knapp sind, steigt der Druck. Improvisation führt unter diesen Umständen oft zu suboptimalen Ergebnissen.

So sieht es aus

Ressourcenmangel zwingt Luftfahrtfachleute oft dazu, für wichtige Aufgaben ungeeignete Werkzeuge zu verwenden, was die Arbeitsqualität beeinträchtigt. Verzögerungen aufgrund unzureichenden Personals können zu Terminüberlastungen und einer Kettenreaktion von Fehlern führen. In vielen Fällen führt der Druck, Fristen mit unzureichendem Material einzuhalten, zu überhasteten Arbeiten und einem höheren Fehlerrisiko.

Wie man sicherstellt, dass die Ressourcen bereit sind

  • Planen Sie im Voraus: Vergewissern Sie sich vor Beginn, dass alle Materialien und Werkzeuge vorhanden sind.
  • Ressourcen organisieren: Sorgen Sie dafür, dass die Ausrüstung instand gehalten wird und zugänglich ist.
  • Frühzeitig kommunizieren: Informieren Sie das Management über Engpässe, bevor diese sich verschärfen.

Druck

Termindruck, enge Zeitpläne und hohe Erwartungen erzeugen in der Luftfahrtbranche häufig Stress. Ein gewisses Maß an Druck kann zwar die Konzentration fördern, doch übermäßiger Druck beeinträchtigt die Entscheidungsfindung und die Arbeitsqualität.

So sieht es aus

Übermäßiger Druck äußert sich oft in überstürzten Entscheidungen, bei denen wichtige Details übersehen werden, was zu Fehlern führt. Betroffene zögern möglicherweise, Bedenken hinsichtlich unrealistischer Zeitpläne zu äußern, aus Angst vor negativen Reaktionen oder Enttäuschung. Der Druck, Fristen einzuhalten, kann Teams dazu verleiten, Abstriche bei der Qualität zu machen oder etablierte Verfahren zu ignorieren, wodurch die Risiken im gesamten Betrieb steigen. Darüber hinaus kann die Übernahme von Aufgaben, die die eigenen Kapazitäten übersteigen, zu Burnout und verminderter Leistungsfähigkeit führen.

Wie man dem entgegenwirken kann

  • Lernen Sie, Nein zu sagen: Sorgen Sie für Sicherheit, indem Sie wissen, wann Sie zusätzliche Aufgaben ablehnen oder beenden sollten.
  • Unterstützung anfordern: Zusätzliche Ressourcen oder Personal für hohe Arbeitsbelastungen anfordern.
  • Seien Sie selbstbewusst: Kommunizieren Sie Ihre Bedenken klar und souverän.
  • Setzen Sie realistische Grenzen: Erkennen Sie Ihre Grenzen, um eine Überforderung zu vermeiden.

Mangelnde Durchsetzungsfähigkeit

Wenn Sicherheitsbedenken nicht geäußert werden oder sich Einzelpersonen zu unsicheren Entscheidungen gedrängt fühlen, sind negative Folgen oft die Folge. Fehlendes Selbstbewusstsein kann wertvolles Feedback unterdrücken und riskantes Verhalten verstärken.

So sieht es aus

Unsichere Teammitglieder vermeiden es möglicherweise, potenzielle Gefahren anzusprechen, selbst wenn sie spüren, dass etwas nicht stimmt. Die Angst vor Konflikten oder Ablehnung kann in kritischen Diskussionen zu Schweigen führen, wodurch Risiken unerkannt bleiben. Diese Zurückhaltung, unsichere Entscheidungen in Frage zu stellen, trägt oft zu einem Klima bei, in dem Bedenken ignoriert oder verharmlost werden, was die Sicherheitslücken verschärft.

Wie man dem entgegenwirken kann

  • Äußern Sie sich: Kommunizieren Sie ruhig und selbstbewusst, um Ihre Bedenken auszudrücken.
  • Feedback fördern: Eine Kultur schaffen, die den offenen Dialog wertschätzt.
  • Anwendungsbeispiele: Probleme anhand konkreter, handlungsorientierter Beobachtungen ansprechen.
  • Feedback einholen: Laden Sie Teammitglieder aktiv dazu ein, ihre Sichtweisen mitzuteilen.

Stress

Termindruck, private Probleme oder unerwartete Herausforderungen können das Urteilsvermögen trüben und die Leistung beeinträchtigen. Stress ist ein stiller Saboteur in der Luftfahrt.

So sieht es aus

Stress kann bei Routineaufgaben zu ungewöhnlichen Fehlern führen, beispielsweise dazu, dass ein einfacher, aber wichtiger Schritt auf einer Checkliste übersehen wird. Er kann sich in Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen äußern und so während des Betriebs zu Spannungen im Team führen. Darüber hinaus beeinträchtigt Stress häufig die Konzentration, wodurch die Lösung komplexer Probleme in stressigen Situationen erschwert wird.

Wie man Stress bewältigt

  • Auslöser erkennen: Achten Sie auf Anzeichen wie Müdigkeit oder Frustration.
  • Üben Sie Ruhe unter Druck: Tiefes Atmen oder kurze Pausen können helfen.
  • Chronische Probleme angehen: Besprechen Sie langfristige Stressfaktoren mit Kollegen oder Vorgesetzten.
  • Priorisieren Sie Ihr Wohlbefinden: Sorgen Sie für ausreichend Ruhe, gesunde Ernährung und Bewegung.

Mangelndes Bewusstsein

Wer ohne ein umfassenderes Verständnis der Situation arbeitet, riskiert Tunnelblick. Ignoriert man die Auswirkungen des eigenen Handelns auf andere und die Gesamtaufgabe, erhöht sich das Fehlerrisiko.

So sieht es aus

Mangelndes Bewusstsein führt häufig dazu, dass Hinweise auf veränderte Bedingungen übersehen oder die Umgebung unvollständig eingeschätzt wird. Beispielsweise kann die alleinige Konzentration auf eine einzelne Aufgabe dazu führen, dass deren Auswirkungen auf Teammitglieder oder angrenzende Systeme nicht erkannt werden. Diese Tunnelblick-Mentalität kann zu falschen Prioritäten, Ineffizienzen und vermeidbaren Fehlern in kritischen Abläufen führen.

Wie man dem entgegenwirken kann

  • Das große Ganze im Blick behalten: Reflektieren Sie darüber, wie Ihre Rolle mit anderen interagiert.
  • Stellen Sie „Was wäre wenn“-Fragen: Seien Sie sich möglicher Konsequenzen bewusst.
  • Einblicke teilen: Beziehen Sie Teammitglieder in Situationsberichte ein.
  • Nutzen Sie Hilfsmittel: Setzen Sie auf Checklisten und zweiseitige Kommunikation, um Konzentration und Wachsamkeit aufrechtzuerhalten.

Normen

Arbeitsplatznormen sind die ungeschriebenen Regeln, „wie die Dinge hier gehandhabt werden“. Während einige Normen die Sicherheit fördern, können andere – wie Abkürzungen oder unsichere Praktiken – diese untergraben.

So sieht es aus

Negative Normen äußern sich oft in gewohnheitsmäßigen Abkürzungen, die Sicherheitsprotokolle umgehen und so systemische Schwachstellen schaffen. Beispielsweise könnten Teams die Vorflugkontrollen ignorieren, weil „nie etwas schiefgeht“, oder aufgrund von Veränderungsresistenz auf veraltete Praktiken zurückgreifen. Solche Verhaltensweisen können eine Kultur der Selbstzufriedenheit fördern und das Engagement für Sicherheit mit der Zeit untergraben.

Wie man dem entgegenwirken kann

  • Unsichere Normen erkennen: Verhaltensweisen, die von den Standards abweichen, proaktiv angehen.
  • Verfahren befolgen: Genehmigte Protokolle einhalten und riskante Praktiken hinterfragen.
  • Den Status quo hinterfragen: Ermutigen Sie Ihre Teammitglieder, Normen kritisch zu hinterfragen.
  • Erfolge feiern: Erzählen Sie Geschichten, in denen die Einhaltung von Normen Zwischenfälle verhindert hat.

Die „Dirty Dozen“ bieten einen klaren Leitfaden zur Identifizierung und Behebung häufiger menschlicher Fehlerursachen. Jedes dieser Elemente – sei es Druck, Müdigkeit oder mangelnde Teamarbeit – birgt spezifische Risiken und bietet gleichermaßen wirksame Lösungsansätze.

Durch die Umsetzung dieser Praktiken und die Förderung des Bewusstseins kann die Luftfahrtbranche menschliche Fehler weiterhin minimieren und die Betriebssicherheit erhöhen. Gemeinsam können wir sicherstellen, dass Sicherheit oberste Priorität hat – am Boden und in der Luft.

Vielen Dank, dass Sie diese Serie verfolgt haben. Für weitere Informationen und Anleitungen zur Implementierung von Sicherheitsmanagementsystemen (SMS) wenden Sie sich an WYVERN, den Branchenexperten, und besuchen Sie unsere SMS-Schulungen oder informieren Sie sich über unsere SMS-Software. Fordern Sie jetzt eine kostenlose SMS-Demo an ! Gemeinsam können wir die Flugsicherheit verbessern und eine sicherere Zukunft gestalten.

Referenzen

FAA: Vermeiden Sie die zwölf gefährlichsten Länder. Dieser Flyer steht auf unserer Website Download

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